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Geographie Kosovos

Der Kosovo nimmt eine Gesamtfläche von 10.877 km² ein. Im Gegensatz zu anderen Regionen des ehemaligen Jugoslawien leben im Kosovo nur etwa 195 Bürger auf einem Quadratkilometer. Die meisten Kosovaren zieht es auf Grund der besseren Lebens- und Arbeitsverhältnisse in die Städte, die gleichzeitig auch Ballungsgebiete darstellen. Gerade die Fluktuation der jungen Menschen in die Städte wie Prishtina und Prizren ist recht groß, sodass in den bewohnten Gebieten überwiegend ältere Menschen und Kinder sowie zum geringen Teil Erwachsene im mittleren Alter wohnen. Wegen dieser Eigenheit gehört der Kosovo zu den Regionen, die eine enorm dünne Besiedlung aufweisen und in der weite Flächen menschenleer sind.
Im Kosovo leben etwa 102.830 Einwohner in Ferzaj, Peja zählt 82.300 Einwohner und eine weitere große Stadt ist Giakova. Die Stadt Rahovec gehört mit 27.143 Bürgern zu den Schlusslichtern unter den bekannten Großstädten.

Die Menschen im Kosovo leben von den Produkten, welche in der Industrie und dem Handwerk hergestellt werden sowie vom Import. Ein überwiegender Teil der Versorgung erfolgt durch die Landwirtschaft mit einer guten Vieh- und Pflanzenzucht, wobei die Eigenversorgung hierbei im Vordergrund steht. Etwa 54 Prozent der zur Verfügung stehenden Bodenfläche werden für die landwirtschaftliche Nutzung verwendet. In Kosovo gibt es riesige bewaldete Flächen, die etwa 41 Prozent der Bodenfläche einnehmen. Auf dem Rest des Bodens befinden sich Städte, Siedlungen und Industriegebiete.

Die Republik Kosovo ist auf der Landkarte im Mittelpunkt der Balkanhalbinsel zu finden. Kosovo ist ein Binnenland, weil es keine Verbindung zum Meer besitzt und liegt eingebettet zwischen verschiedenen Ländern. Die südwestliche Grenze der Republik Kosovo stellt Albanien dar, nordwestlich grenzt der Kosovo an Montenegro. Im Osten und im Süden wird der Kosovo von Serbien umschlossen. Mazedonien liegt im Südosten an der Republik Kosovo an.

Auf Grund der geschichtlichen Ereignisse ist vielen Kosovointeressenten das Amselfeld durch die in dieser Gegend ausgetragene Schlacht bekannt geworden. Eine große Ebene stellt außerdem das sogenannte Metochien dar. Beide Ebenen grenzen an die Gebirgszüge dieser Region. Zwei große Gebirgsareale bezeichnen die tektonischen Formationen des Kosovo. Dies sind die Gebirge des Prokletije und die Erhebungen des Kopaonik. Diese eigentümliche Oberflächengestalt des Kosovo, die aus von Gebirgen umschlossenen Ebenen besteht, eignet sich hervorragend für die ackerbauliche Nutzung und die Viehzucht. Das Amselfeld gehört zu den besonders fruchtbaren und klimatisch günstigen Lagen und ist damit hervorragend für den Ackerbau geeignet.

Der Kosovo ist zudem bekannt für seine riesigen Viehherden, welche in den Arealen Metochiens leben. In den Wintermonaten stellen die Niederungen eine satte Weidefläche für die Wanderhirten dar. Neben der Schaf- und Rinderzucht ist der Kosovo bekannt für die Unterhaltung von Wasserbüffeln. Die Gebirgslandschaften zeichnen sich durch spezielle Gesteinsformationen aus, die überwiegend aus silikathaltigen Gesteinsarten bestehen. Diese Silikate binden und speichern Wasser außerordentlich gut und sind die Grundlage dafür, dass es an diesen Orten das ganze Jahr über viel Wasser gibt. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um gesunde Viehherden zu tränken und nährstoffreiches Weidefutter zu finden.

Geologische Untersuchungen in den Bergen haben ergeben, dass der Ursprung der Gebirgsketten in der Kreidezeit liegt. Deshalb beherbergen die Gebirge reichlich Kalk und werden als Karstgebirge bezeichnet. Eines dieser Karstgebirge ist der Koprivnik. Diese Region ist schwer erreichbar und verfügt nur über geringe Wasservorräte. Die geografische Oberflächenbeschaffenheit des Kosovo ist recht verschiedenartig und sowohl durch weite Ebenen, und Flüsse als auch Hochgebirge gekennzeichnet. Generell überwiegen im Kosovo die gebirgigen Zonen. Ein flächen- und höhenmäßig beeindruckendes Gebirge ist das Sar-Platina-Gebirge, welches unmittelbar an Mazedonien angrenzt. Die Gebirgsketten des Kosovo tragen zu einer geografischen Teilung des Landes bei. Das Planina-Gebirge verläuft in etwa im Zentrum des Kosovo und es entstehen die Hochebene von Delkajin westlicher Richtung sowie die sogenannte Kosovarische Ebene in Richtung Osten. Die Flüsse Beli Drin oder weißer Drin und der Fluss Sitnica durchziehen dieses Land.
An der Grenze zum Nachbarland ist der Berg Dervica ein imposantes Ausflugsziel für Touristen und Bergwanderer. Der Berg ist 2.656 m über dem Meeresspiegel eine imposante Naturschönheit. Neben diesen durchaus gebirgsmäßigen Ausprägungen finden sich im Kosovo ebenfalls in Drenica, Crnoljeva und im Goljak geografische Lagen, welche eine hügelige Landschaft darstellen. Die bergigen Gegenden des Kosovo sind charakterisiert durch eine Vielzahl von Erhebungen, welche auf Grund ihrer Höhe zu den Hochgebirgen gehören. Die Gjeravica, die Bistra, Mrjash, Luboteni und der Koproniku besitzen die höchsten Berggipfel.
Im Kosovo gibt es nicht nur schöne Gebirgsgruppen, sondern ebenfalls reizvolle Gegenden in der Umgebung von Flussläufen, die ebenfalls wasserreich und fruchtbar sind. Der Weiße Drin ist ein Fluss, der den Westen des Kosovo durchzieht und seine Quelle in der Nähe der Stadt Pec hat. Neben der Drin lieben die Kosovaren ihre Flüsse Sitnica, Lumbardhi i Pejes, Morava und den Lepenci. Der Weiße Drin bewegt sich von seiner Quelle aus hin zum Adriatischen Meer.

Der Weiße Drin wird auf Grund seines enormen Wasserreichtums als Stausee genutzt. Mit seinen 122 km Flusslänge bildet er in Niederungen und Senken reizvolle Seengebiete aus, in denen viele Naturschutzgebiete mit schützenswerten Lebewesen entstanden sind. Der Gazivodestausee beeindruckt durch eine Stauseefläche von 11,9 km². Weitere Stauseen, die vom Weißen Drin gespeist werden, sind der Radonjic und der Batlavastausee.

Im Zusammenhang mit den tektonischen Veränderungen der Erde über viele Jahrtausende haben sich im Kosovo einige Seen gebildet, die in Bezug auf deren Entstehungszeitpunkt als Glazialseen bezeichnet werden. Sie kommen überwiegend in der Sar-Planina vor und finden sich darüber hinaus im metochischen Prokletje. Die Ursache, welche zur Entstehung dieser Seen führte, lag in der eiszeitlichen Oberflächenwandlung der Gebirgsgletscher, die mit der zunehmenden Erderwärmung abschmolzen und kleine Seen bildeten.
Eine geografische Besonderheit des Kosovo stellt die Rugova Schlucht dar. Diese Einkerbung zwischen Gebirgen beläuft sich auf eine Länge von etwa 6 km und entstand auf Grund des Durchflusses der Mbushtria. Seit 1988 ist diese Schlucht ein denkmalsgeschützter Bereich und wurde im Jahre 2003 zum Nationalpark erklärt.

Was wäre die Geografie des Kosovo ohne seine reizvollen Städte und die beeindruckende Natur. Nicht nur Flüsse, Seen, Berge und Ebenen durchziehen das Land. Rauschende, eisige Wasserfälle und Naturquellen machen die Natur zu einem eindrucksvollen Erlebnis. Viele Touristen und Wanderfreudige zieht es zum Wasserfall von Mirusha und dem Ursprung des Flusses Drin. Die Gebirgsschlucht Peja und die Natursteinhöhle in Gandime, welche als Marmorhöhle ein beeindruckendes Ausflugsziel darstellt, gehören zur natürlichen geografischen Vielfalt des Kosovo. Da die Republik Kosovo ein sehr wald- und bodenschatzreiches Land ist, gibt es umfangreiche Gebiete, welche von Misch-, Laub- oder Nadelwäldern bewachsen sind und als natürliche Holzlieferanten genutzt werden.

Foto-Copyright: http://www.flickr.com/photos/13212201@N08/4354215478/

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