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Prishtina

Palast der Jugend und des Sports

Priština (albanisch Prishtina/Prishtinë; vom Auswärtigen Amt empfohlene Schreibweise: Pristina; anhören) ist vielen Menschen, die als Handlungsreisende, Touristen oder Einheimische in den Kosovo reisen, als Hauptstadt der Republik Kosovo bekannt. Sie ist ein Ballungsgebiet, welches 550.000 Bürger beherbergt und gleichzeitig einen wichtigen Knotenpunkt für den weltweiten Verkehr darstellt. Die Bevölkerungszahlen der Stadt schwanken in den letzten Jahren sehr stark, weil die Kriegswirren zahlreiche Opfer gefordert und gleichzeitig viele Menschen aus dem Umland in Prishtina Zuflucht gesucht haben. Aus diesem Grund können die etwaigen Bevölkerungszahlen nur geschätzt werden.

Prishtina ist bereits seit 1389 als Zentrum von Kultur und Handel bekannt und wurde während dieser Zeit durch die Schlacht auf dem Amselfeld berühmt. Im Zusammenhang mit der türkischen Herrschaft durch die Osmanen begann sich das Stadtbild der Region eindeutig zu prägen, was auch heute noch an einigen Bauwerken sichtbar ist. Prishtina wurde 1912 von den serbischen Truppen wieder zurück erkämpft und blieb seitdem unter serbischer Verwaltung. 1915 bis 1918 belagerten österreichische Armeeverbände die Stadt, mussten Prishtina jedoch wieder an die Serben zurückgeben. Eine besondere Rolle kam der Stadt im Zweiten Weltkrieg zu, denn die Partisanen vertrieben die deutschen Besatzer aus Prishtina und die Stadt fiel Jugoslawien, insbesondere Serbien, zu. Mit dem Kosovo-Krieg verließen viele Serben und Albaner die Stadt und kehrten erst im Laufe der Jahre und unter der Sicherung der Stadt durch die UNO-Truppen wieder zurück.

Hauptstadt

Als Hauptstadt der Republik Kosovo hat Prishtina ebenfalls eine wichtige Bedeutung im Zusammenhang mit Politik, Kultur, Industrie und Wirtschaft sowie als administrativer Mittelpunkt des Landes. Dies liegt darin begründet, dass verschiedene politische und militärische Institutionen hier arbeiten. Dies sind neben dem Hauptsitz der UNMIK parlamentarische Einrichtungen und der Präsidentensitz des kosovarischen Regierungsoberhauptes. Keine Stadt im Kosovo beheimatet so viele Menschen wie Prishtina und zeichnet sich durch ein so riesiges Areal aus. Die enorme Fläche der Stadt ergibt sich daraus, dass Prishtina einen Stadtkern besitzt und darüber hinaus noch 41 ländliche Gebiete zur Hauptstadt gehören.

Prishtina unterhält zu vielen Ländern freundschaftliche und diplomatische Beziehungen, was sich darin ausdrückt, dass die Stadtbewohner partnerschaftliche Kontakte zu mehreren Städten pflegen. Diese liegen teilweise außerhalb der Republik Kosovo in Montenegro, der Türkei und in Pakistan.

Verkehr und Flughafen

Die Verkehrsanbindungen in und nach Prishtina sind zum Teil noch recht eingeschränkt. In der näheren Umgebung und in der Stadt kann ein umfangreiches Straßen- und Verkehrsnetz genutzt werden. Ein bedeutendes Transportmittel ist die Eisenbahn, welche derzeit den Güterverkehr und die Personenbeförderung in Richtung Kosovo Polje übernimmt. Ein zentraler Knotenpunkt für den weltweiten Transitverkehr ist der moderne Flughafen der Hauptstadt, welcher ein wenig abseits liegt und vielen Reisenden bekannt ist, denn von vielen Flughäfen Deutschlands besteht ein reger Flugverkehr nach Prishtina.

Der Flughafen Prishtina arbeitet bereits seit 1965 und erhielt 1985 eine Modernisierung. Nachdem auch der Flughafen im Kosovo-Krieg mehr oder weniger stark beschädigt wurde, waren nach dem Kriegsende Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen notwendig. Seit diesem Zeitpunkt eignet sich der Flughafen auch für den internationalen Flugverkehr. Derzeit passieren etwa 1 Million Fluggäste pro Jahr den Flughafen.

Sehenswürdigkeiten und Tourismus

Die Hauptstadt der Republik Kosovo ist reich an Sehenswürdigkeiten und touristischen Anziehungspunkten, zu denen ebenfalls die architektonisch eindrucksvollen Gebäude und Denkmäler gehören. Leider sind traditionelle Baudenkmäler und historisch relevante Gebäude im Laufe des Krieges zerstört worden und können nicht mehr im alten Glanz erstrahlen. Dies betrifft insbesondere die Baudenkmäler und Gebäude, welche während der Zeit des Osmanischen Krieges und der osmanischen Herrschaft entstanden sind. Eine beliebte historische Sehenswürdigkeit, die trotz der Zerstörungen teilweise erhalten geblieben ist, stellt die Llap-Moschee dar. Diese Moschee stammt aus dem Jahre 1470 und ist durch einen stalaktitenförmigen Dachaufbau gekennzeichnet. Eine andere Moschee ist die Sultan-Mehmet-II.-Fatih-Moschee. Sie wurde 1460 gegründet. Für gläubige Islamisten sind sowohl das Große Badehaus als auch die Yasar-Pascha-Moschee zentrale islamische Zentren. Der Große Hammam oder das große Badehaus besteht seit dem 15. Jahrhundert. Da die überwiegende Bevölkerung der Albaner moslemischen Glaubens ist, treffen sich in den Frühjahr- und Sommermonaten die Senioren in diesem Gebäude. Nur noch wenige typisch osmanische Badehäuser sind nach dem Krieg erhalten geblieben. Eines davon ist der Große Hammam.

Das Leben in Prishtina

Das Leben in der Stadt pulsiert und ist vielseitig geworden. Dafür sorgen insbesondere die modernen Cafeterias, Bars und Restaurants, in denen sich vorwiegend die jungen Kosovaren und Kosovarinnen treffen. Prishtina ist eine erstaunlich junge Stadt, denn etwa zwei Drittel der Bewohner sind jünger als 30 Jahre. Von der jugendlichen Bevölkerung leben nicht nur die Internetcafés, Bars, Restaurants und Diskotheken. Auch der Handel steht im Mittelpunkt der Jugend, trendige Läden und stylische Kaufhäuser bieten ihre Waren an. Die Jugendlichen finden in Prishtina nicht nur verschiedene Freizeiteinrichtungen. Sie studieren in einer der beiden Bildungseinrichtungen, zu denen die Universität Prishtina und die Akademie der Künste und Wissenschaften des Kosovo in Prishtina gehören. An der Universität Prishtina können die Studierenden mehrere Studienrichtungen belegen und insgesamt 17 Fakultäten besuchen. Eine zentrale Bedeutung besitzen neben der Philologischen und Psychologischen Fakultät die Medizinische Fakultät und die Pädagogische Fakultät sowie weitere Fakultäten.

Die Universität Prishtina spielt nicht nur eine entscheidende bildungspolitische Rolle. Die Universität gilt seit ihrer Gründung im Jahre 1970 als erste und alleinige Bildungseinrichtung dieser Art, in welcher die Kosovaren in ihrer Muttersprache studieren konnten und in der sich überwiegend albanische Studierende bilden durften.

Wirtschaft

Als Landeshauptstadt stellt Prishtina gleichzeitig ein wirtschaftliches Zentrum dar, was ebenfalls durch eine moderne Infrastruktur gekennzeichnet ist. Nach den Kriegswirren haben unterschiedliche Industrie- und Dienstleistungsbereiche ihre Tätigkeiten wieder aufgenommen. In Prishtina existieren eine Lebensmittelindustrie, welche verschiedene Nahrungsmittel erzeugt, bekannte pharmazeutische Unternehmen sowie viele Schmuck- und Textilhersteller. Neben der intensiv betriebenen Landwirtschaft stellen der Handel und das Bauhandwerk wesentliche Schaffensbereiche dar, die in Prishtina angesiedelt sind. In der Elektronik und Computertechnik kann Prishtina ebenfalls weltweit in Bezug auf Massenmedien und die Kommunikationsbranche mithalten. In Prishtina arbeiten natürlich auch viele Menschen in sozialen und Versorgungsbereichen sowie im Gesundheitswesen und der Wasser- und Energiewirtschaft.

In Prishtina haben ebenfalls viele staatliche und nicht staatliche Einrichtungen ihren Sitz, welche auf nationaler und internationaler Ebene einen riesigen Verwaltungsaufwand betreiben und wichtige Arbeitgeber für die Stadt sind.

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