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Gianni De Biasi – Albanischer Fußballnationaltrainer

Spätestens seit der erfolgreichen Qualifikation für die Europameisterschaft in Frankreich, fürchtet sich Europa vor der albanischen Nationalmannschaft. Der größte Erfolg der jüngeren albanischen Fußballgeschichte basiert neben der positiven Stimmung im Team auf einer klugen Zusammenstellung des Kaders und ist nicht zuletzt auch auf Gianni De Biasi zurückzuführen, der seit 2011 albanischer Nationaltrainer ist und seitdem eine konkurrenzfähige Mannschaft formen konnte. Wir sagen DANKE dafür!

Im folgenden wird der Werdegang des 59-jährigen Italieners dargestellt und was er mit seinem Team bei der diesjährigen Europameisterschaft erreichen kann.

Aus der Provinz zum großen Verein

Geboren im Jahr 1956 in der nordöstlichen italienischen Provinz Treviso, erarbeitet sich De Biasi in seiner Jugend schnell den Ruf eines hervorragenden Technikers mit guter Übersicht. Er spielte vorrangig auf der Position des zentralen Mittelfeldspielers und konnte im Jahr 1975 die ersten Erfahrungen als Profi in der drittklassigen Serie C sammeln. Danach ging es schnell für ihn: Bei Inter Mailand wurde er unter Vertrag genommen und an Pescara Calcio in der Serie A verliehen, wo er sich einen Platz als Stammspieler, erkämpfen konnte. Weitere Stationen in den drei Profiligen Italiens folgten. De Biasi kann getrost als solider Fußballer bezeichnet werden, wenngleich ihm der Sprung zu den absoluten Topvereinen Italiens oder Europas verwehrt blieb.

Stationen als Coach

Im Anschluss an seine Karriere als Spieler, machte De Biasi seinen Trainerschein und versuchte sich in den italienischen Ligen als Trainer. Seine erste Station war dabei der Verein Vastese Calcio. Danach folgten unter anderem Brescia und Modena, wo er ebenfalls erfolgreich arbeitete und immer wieder junge Spieler gezielt förderte. Seine wichtigste Station vor der albanischen Nationalmannschaft war der AS Turin, den er von 2005 bis 2007 zunächst interimsweise coachen durfte. 2011 dann die erste Trainerstation außerhalb Italiens: Gianni De Biasi wurde als neuer albanischer Nationaltrainer vorgestellt und zunächst einmal von vielen Fans sehr kritisch gesehen. So waren sich viele Anhänger nicht sicher, ob mit einem ausländischen Trainer die gewünschten Erfolge mit der Nationalmannschaft erreicht werden könnten.

Die großen Erfolge mit dem Team des Doppelkopfadlers

Im Team um Lorik Cana scheint De Biasi nun die perfekten Spieler für sein Konzept gefunden zu haben. Ihm gelang es in seinen bisherigen viereinhalb Jahren eine intelligente Mischung aus erfahrenen und jungen, aufstrebenden Spielern zu finden. Auch außerhalb Albaniens war er in dieser Zeit sehr aktiv, sodass es ihm gelang, viele albanische Spieler aus der Diaspora für den Einsatz in ihrer heimischen Nationalmannschaft zu gewinnen. Was sich leicht anhört, in der Vergangenheit jedoch immer wieder alles andere als erfolgreich war. Man denke nur an das Beispiel Granit Xhaka, der letztlich bei der Schweizer „Nathi“ landete. Das Bruder Taulant sich nun für sein Heimatland entschieden hat, ist nicht zuletzt ein Verdienst De Biasis, der den Spieler des FC Basel überzeugen konnte.

Mit viel Rückenwind nach Paris?

Die erfolgreiche EM-Qualifikation hat De Biasi über die Grenzen Italiens und Albaniens hinaus bekannt gemacht und ebenso Respekt für die erbrachten Leistungen gebracht. In Frankreich wird die albanische Nationalmannschaft deshalb wohl kaum unterschätzt werden. An einem guten Tag sind Siege in der Gruppenphase alles andere als ausgeschlossen. Geht es am Ende vielleicht sogar bis ins Finale von Paris?

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